Installation von Fedora 13 (Goddard) auf einem MacBook 4.1 (Late 2007)

Installation:
Als erstes müssen wir uns ein Installationsmedium besorgen. Hierbei empfiehlt sich eine Netzwerkinstallation. Bei dieser Variante werden gleich die aktuellsten Software-Pakete eingespielt, des weiteren ist es möglich eine Menge von zusätzlicher Software komfortabel zu installieren.
http://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/fedora/linux/releases/13/Fedora/x86_64/iso/Fedora-13-x86_64-netinst.iso
Hat man vor nur Linux zu Installieren, so muss man mit einem Live-System die Festplatte des MacBook als MBR Festplatte formatieren. Achtung! Dabei gehen alle Daten verloren!
Bei einer paaralel Installation zu Mac sollte man das Programm rEFIt verwenden.
http://refit.sourceforge.net/
Das Image auf eine CD brennen und in das Macbook einlegen. Beim Booten die Taste "C" gedrückt halten. Anschließend den Schritten des Installationsprogramms folgen.
Es empfiehlt sich, die Festplatte manuell zu Formatieren. Der Vorteil ist, dass später ganz einfach ein neues Linux aufgespielt werden kann, ohne die persönlichen Daten (home-Verzeichnis) zu löschen. Folgende Einteilung hat sich bewährt:
/boot  250 MB
/      ca. 10 GB
swap   2 GB (je nach Arbeitsspeicher)
/home  der ganze Rest (sollte die größte Partition sein)
Achten sie darauf, dass der Bootloader im MBR installiert wird!
Bei der Auswahl der Software sollte man die Paketrubriken "Büro", "Audio/Video" (unter Anwendungen zu finden), und "Systemwerkzeuge" (unter Basissystem) anwählen. Für fortgeschritten empfiehlt sich die Rubrik "Softwareentwicklung" (zum kompilieren verschiedener, unten aufgefüter Pakete von nöten) ebenfalls zu aktivieren.

Nun müssen wir die Installation abwarten...
Nach erfolgreicher Installation und einem Neustart noch schnell ihren Benutzer anlegen und fertig.

Boot:
für den Fall einer Single Installation kann man den Boot vorgang um 20 Sekunden beschleunigen, in dem man die MaxOS X DVD beim Starten einlegt und im Installationsprogramm ein Terminal ausführt, in den man folgendes Tippt:

bless -device /dev/disk0s1 -setBoot -legacy -verbose
Hierbei muss natürlich boot die erste Partition sein (disk0s1), für den Fall der abweichnug einfach ändern.

Einstellungen:
Jetzt haben wir ein 100% freies Linux. Damit kann man leider keine DVD-Filme genießen oder eine MP3 anhören. Flash-Animation sind ebenfalls verwehrt. Den ersten beiden Problem schaffen wir folgendermaßen Abhilfe:

su -c 'yum localinstall --nogpgcheck http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-stable.noarch.rpm http://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-stable.noarch.rpm'
Jetzt noch
su -c 'yum update'
ausführen und dann folgende Packet installieren:
su -c 'yum install gstreamer-plugins-fc.x86_64 gstreamer-plugins-espeak.x86_64 PackageKit-gstreamer-plugin.x86_64 gstreamer-plugins-ugly.x86_64 gstreamer-plugins-good.x86_64 gstreamer-plugins-flumpegdemux.x86_64 gstreamer-plugins-bad-nonfree.x86_64 gstreamer-plugins-bad-free-extras.x86_64 gstreamer-plugins-bad-free.x86_64 gstreamer-plugins-bad.x86_64 gstreamer-java.x86_64 gstreamer-ffmpeg.x86_64 gstreamer-devel.x86_64'
ich würde noch folgende Pakete vorschlagen:
su -c 'yum install gconf-editor mc nautilus-open-terminal alacarte.noarch banshee f-spot gftp gnome-shell libunrar'

Damit der Fedora Desktop ein bisschen schöner wird, sollt man noch die Icons in den Menus aktivieren:
gconftool-2 --type boolean --set /desktop/gnome/interface/buttons_have_icons true
gconftool-2 --type boolean --set /desktop/gnome/interface/menus_have_icons true
und mit Hilfe von
gconf-editor
(apps - nautilus - desktop) das Computer- und Müllsymbol ausschalten.

Um Flash-Filme zu sehen laden Sie das Flash-Plugin von der Adobes Homepage. Einfach einen Ordner mit dem Namen "plugins" im Mozillaverzeichnis (/usr/lib64/firefox-3.6/) erstellen und hinein kopieren.

DVD:
Alle kommerziellen DVDs sind verschlüsselt, mit dem Content Scramble System (CSS).
Die Lizenz ist an und für sich kostenlos und wird dem DVD-Laufwerk und dem dazugehörigen Player geliefert. Da Linux keine kommerzielles Unternehmen ist, existiert keine Lizenzvertrag. Also muss man die Bibliothek manuell hinzufügen. Bereitgestellt wird sie vom VLC-Project.
http://download.videolan.org/pub/libdvdcss/1.2.10/libdvdcss-1.2.10.tar.bz2
Nach dem herunterladen, müssen wir die Bibliothek noch konfigurieren, übersetzen und installieren.

tar xvfj libdvdcss-1.2.10.tar.bz
cd libdvdcss-1.2.10
./configure --prefix=/usr --sysconfdir=/etc --sbindir=/sbin –libdir=/usr/lib64
make
su -c 'make install'
Jetzt kann man DVDs auch unter Linux genießen!

WiFi:
Seit Anfang 2007 sind in MacBooks, Airport-Karten von Broadcom verbaut. Das Problem hirbei ist, dass der Treiber nicht von Haus aus im Linux-Kernel enthalten ist. RPM-Fusion stellt einen bereit...

yum install kmod-wl
Meine Erfahrunge hat jedoch gezeigt, dass diese Installation ohne veränderung bleibt. Aber alles kein Problem. Wir bauen uns den Treiber einfach selbst. Als erstest den Wlan treiber von der Broadcom Homepage laden:
http://www.broadcom.com/docs/linux_sta/hybrid-portsrc-x86_64-v5.60.48.36.tar.gz
Jetzt entpacken, übersetzen und installieren.
tar xvfz hybrid-portsrc-x86_64-v5.60.48.36.tar.gz
make
su -c 'make install'
Nun noch folgendes in /etc/rc.local eintagen:
modprobe lib80211
insmod /opt/hybrid_wl/wl.ko
bei Problem:
rmmod b43
rmmod ssb
rmmod wl
und anschließend
modprobe lib80211
insmod /opt/hybrid_wl/wl.ko

iSight:
Damit die eingebaute WebCam funktioniert, muss man die Firmware von Apple verwenden. Seit Fedora13 gibt es das
isight-firmware-tools nicht mehr. Dies benötigt man zum einspielen der Firmware jedoch. Also selber bauen. Das Firmware-Tool herunterladen (mainline-Paket), entpacken, konfigurieren, übersetzen und installieren.

tar xvfj mainline.tar.bz2
cd mainline
./autoghen.sh
./configure --prefix=/usr --sysconfdir=/etc --sbindir=/sbin –libdir=/usr/lib64
make
su -c 'make install'
Die iSight-Firmware laden und mit
su -c "ift-extract --apple-driver AppleUSBVideoSupport"
in den Kernel intrigieren Nach einem Neustart sollte die WebCam funktionieren.

Skype:
Jetzt, wo die WebCam funktioniert, steht einer Videokonferenz nichts mehr im Wege. Da MacBooks seit Ende 2006 mit Intel Core 2 Duo Prozessoren ausgestattet sind und es somit ein 64Bit-System ist, haben wir eine kleines Problem mit der Skype-Software. Für Fedora ist Skype nur als 32Bit vorhanden. Quellcode gibt es auch keinen den wir als 64Bit übersetzen könnten. Also das Skype-RPM laden, installieren und folgende 32Bit-Bibliotheken:

su -c 'rpm -iv skype-2.1.0.81-fc10.i586.rpm'
su -c 'yum -y install libXv.i686 libXScrnSaver.i686 qt.i686 qt-x11.i686 pulseaudio-libs.i686 pulseaudio-libs-glib2.i686 alsa-plugins-pulseaudio.i686'

nVidia:
MacBooks ab 2008 haben keinen Intel Grafikchip mehr. Leider - zwar hat der nVidia-Chip mehr Power, aber wird nicht von Haus aus von Linux unterstützt. Um aber trotzdem in den Genuss von 3D-Effeckten zu kommen, sollte man das Paket manuell hinzufügen. An dieser Stelle, ist dass Nouveau-Projeckt zu nennen. Diese Projeckt hat sich auf die Fahne geschreiben, eine freien Treiber für die 3D-Unterstützung von nVidia Grafikkarten zu entwickeln.
Leider, ist jedoch der Chipsatz des MacBook nicht mit dabei. Im Fedora-Kernel ist der Nouveau Treiber enthalten. Dies verursacht konflickte mit dem Treiber von nVidia. So muss man also als erste den Nouveau-Treiber aus dem Kernel verbannen.

mv /boot/initramfs-$(uname -r).img /boot/initramfs-$(uname -r)-nouveau.img
dracut /boot/initramfs-$(uname -r).img $(uname -r)
Jetzt das nVidia Paket installieren (die RPMs werden von RPM-Fusion bereitgestellt - siehe Einstellungen)
su -c 'yum install kmod-nvidia'
Nach einem Neustart des Systems, sollte nun das nVidia Kernelmodul geladen werden. Leider kann mit dem nVidia-Modul die Helligkeit des Bildschirmes nicht reguliert werden. Ein freier Treiber wäre hier von Vorteil.

© 2o1o by jonas | last update: 27-11-2010